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Parallels will an die Börse

19/03/2010

Serguei Beloussov

US-Softwarehaus peilt IPO bis 2013 an – Unternehmen erwartet starkes Umsatzwachstum

Von Thomas Schmidtutz

München. Das US-Softwarehaus Parallels strebt mittelfristig einen Börsengang an: „Wir peilen einen IPO in zwei bis drei Jahren an“, sagte Unternehmenschef Serguei Beloussov, gegenüber Euro am Sonntag. Parallels ist in den vergangenen vier Jahren Jahren nach eigenen Angaben „im Schnitt um 50 Prozent pro Jahr“ auf zuletzt „rund 100 Millionen Dollar „gewachsen. Auch für das laufende Jahr zeigte sich Beloussov zuversichtlich: „Wir erwarten ein Umsatzplus von 30 Prozent“. Zudem sei man bereits seit „mehreren Jahren sehr profitabel“, sagte er, ohne konkrete Angaben zu machen.

Parallels ist vor allem für seine gleichnamige Virtualisierungssoftware bekannt. Sie ermöglicht die gleichzeitige Nutzung unterschiedlicher Betriebssysteme auf einem einzigen Rechner. Dazu simuliert das Programm eine bestimmte Hardware-Umgebung. Auf diese Weise lässt sich etwa Microsoft Windows auf einem Mac-Rechner ausführen. Bei Mac-Nutzern ist die Software sehr populär. Alleine auf dem deutschen Markt für Desktop-Virtualisierung hält Parallels nach eigenen Angaben einen Marktanteil von 80 Prozent. Rund ein Drittel des Umsatzes macht das Unternehmen mit den Desktop-Lösungen rund um Parallels. Der Rest entfällt auf Virtualisierungsangebote für Unternehmen. Mit ihnen lassen sich Betriebssysteme auf Zentralrechnern (Servern) klonen und  weitgehend automatisieren. Zu den Kunden zählen mit 1&1, Host Europe und Strato praktisch alle führenden deutschen Anbieter für Lösungen wie Web- oder E-Mail-Hosting. Bei Hosting-Lösungen betreiben die Anbieter auf eigenen Servern für Unternehmen deren gesamten Mail-Verkehr oder die Internet-Präsenz. Bei solchen auch als Cloud Computing bekannten Lösungen können sich Unternehmen die aufwendige Technik und das entsprechende Personal sparen.

Zu den wichtigsten Wettbewerbern gehört VMware. Das Unternehmen war Mitte 2007 an die Börse gegangen und ist mit einem  Jahresumsatz von fast zwei Milliarden Dollar ungleich größer als Parallels. Nach einer fulminaten Kursralley kam der Absturz. Seit der Jahreswende hat sich die Aktie jedoch wieder gefangen.

Parallels: Windows auf dem Mac

Das Geschäft mit Virtualisierungssoftware gilt als einer der wachstumsstärksten Märkte. Nach Einschätzung des Marktforschungsunternehmens Gartner werde sich der Umsatz mit Virtualisierungslösungen bis 2013 auf rund vier Milliarden Dollar verdoppeln.

Beloussov sagte, die Nachfrage würde dabei stark von Cloud-Computing getrieben. Dies gelte auch für Deutschland. Bereits in fünf bis sieben Jahren würden „sämtliche Anwendungen“ von Unternehmen mit bis zu 1000 Mitarbeitern auf fremden Servern liegen. Allerdings kommen andere Unternehmen zu abweichenden Einschätzungen. Nach einer Studie im Auftrag des US-Softwarehaus CA arbeiten zwar 72 Prozent der deutschen Unternehmen an Virtualisierungslösungen. Allerdings stehen viele der befragten Firmen Cloud Computing kritisch gegenüber. Zur Begründung verwiesen zahlreiche Unternehmen neben dem komplexeren Management solcher  Systeme unter anderem auf Sicherheitsbedenken.

Parallels hat seinen Firmensitz in Renton in der Nähe von Seattle im US-Bundesstaat Washington. Insgesamt kontrolliert der Unternehmensgründer rund 60 Prozent an Parallels, knapp 25 Prozent liegen bei insgesamt fünf Risikokapitalgesellschaften, darunter eine Tochter des Chipherstellers Intel sowie Bessemer Venture Partners.

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From → Börse, IT

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