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Hannover Messe: „In der Krise beim Original“.

12/03/2010

Wolfram von Fritsch

von Thomas Schmidtutz

München. Trotz des schwierigen Umfelds dürfte die Hannover Messe 2010 auf dem Niveau des Boomjahres 2008 liegen, sagte der Chef der Deutschen Messe AG, Wolfram von Fritsch, gegenüber Euro am Sonntag.

Euro am Sonntag: Herr von Fritsch, zuletzt gab’s widersprüchliche Konjunktur-Indikatoren aus der deutschen Industrie. Die Hannover Messe gilt traditionell als Gradmesser für das wirtschaftliche Umfeld. In welchem Zustand befindet sich die Wirtschaft: Kommt der Aufschwung?
Wolfram von Fritsch: Das muss man differenziert betrachten. Auf der Hannover Messe sind mit neun Fachmessen viele Branchen vertreten. Zum Beispiel steht die Energiebranche nach wie vor gut da. Andere arbeiten auf die Erholung hin. Viele Unternehmen kommen gerade in dieser Phase auf die Hannover Messe, um mit ihren Produkten vom anziehenden Geschäft zu profitieren. Insgesamt dürften aber auch die Branchen, bei denen es bislang noch schwierig ist, spätestens Ende 2011 wieder normale Wachstumsraten verzeichnen.

Euro am Sonntag:
Sie sind also optimistisch?
von Fritsch: Absolut. Die Hannover Messe spielt gerade in diesem Jahr ihre großen Stärken aus: Ihre Internationalität, die Zahl der Innovationen und die inhaltliche Vernetzung der relevanten Themen. Ich gehe davon aus, dass wir mehr als 4 000 Innovationen auf dem Gelände zeigen werden, und damit mehr als im Vorjahr. Die Besucher können sich so rasch einen hervorragenden Überblick über die Innovationskraft der internationalen Industrie verschaffen.  Nehmen Sie die Windenergie: Mit der Sonderausstellung waren wir im Vorjahr sehr erfolgreich. Da gab es Innovationen in mehreren Branchen, wie Antriebstechnik, Oberflächenbehandlung, Leichtbau und Stromspeicherung. Viele Unternehmen verhalten sich frühzyklisch und laufen in ihren Investitionsentscheidungen dem Zyklus voraus. Daher gewinnt die Hannover Messe in diesem Jahr besondere Bedeutung.

Euro am Sonntag: Im Vorjahr hatte die Hannover Messe rund 210 000 Besucher und 6150 Aussteller. Was erwarten Sie für 2010?
von Fritsch: Zunächst: In den ungeraden Jahren haben wir zusätzliche Fachmessen wie die Motion Drive & Automation oder die SurfaceTechnology. Das war auch 2009 so mit entsprechend höheren Aussteller- und Besucherzahlen. Insofern wäre der richtige Maßstab das Jahr 2008. Damals hatten wir rund 193 000 Besucher und 4 880 Aussteller, davon rund 40 Prozent aus dem Ausland. Ich gehe davon aus, dass wir dieses Jahr mindestens das Niveau von 2008 erreichen werden …

Euro am Sonntag:…obwohl 2008 ein Boomjahr war.
von Fritsch: Ja. Wir sehen eindeutig, dass die Unternehmen in diesem Umfeld auf die etablierten Veranstaltungen setzen. Der Chef eines mittelständischen Unternehmens hat zu mir gesagt: „In der Krise bleibe ich beim Original“. Das kommt uns zugute, keine Frage.

Euro am Sonntag: Bei der CeBIT hat die Deutsche Messe einen Trend zu immer späteren Buchungen festgestellt. Gilt das auch für die Hannover Messe?
von Fritsch: Ja. Viele Unternehmen buchen sehr viel später als früher. Einige warten ihre Quartalszahlen ab, bevor sie sich entscheiden. Insofern rechnen wir auch im April noch mit zahlreichen Anmeldungen.

Euro am Sonntag: Im Vorjahr war Energie-Effizienz ein zentrales Thema. Welche Trends stehen in diesem Jahr im Mittelpunkt?
von Fritsch: Energie-Effizienz steht sicher auch dieses Jahr wieder im Blickpunkt. Es gibt Hochrechnungen, wonach wir 40 Prozent des industriellen Energieverbrauchs einsparen könnten, wenn wir die aktuell verfügbare Technologie einsetzen würden. Das Motto der Hannover Messe 2010 lautet „Effizienter – Innovativer – Nachhaltiger“. Unternehmen, die diese Themen intelligent verbinden, werden stärker und schneller aus der Krise kommen. Dazu kommen Themen wie Leichtbau, Elektromobilität oder intelligente Stromnetze.

Euro am Sonntag: Bei der CeBIT haben Sie erneut breite Rückendeckung aus der Politik erhalten. Fast das gesamte Bundeskabinett war vor Ort. Wie wird’s bei der Deutschen Messe?
von Fritsch: Die Hannover Messe ist ebenso wie die CeBIT die weltweit wichtigste wirtschaftspolitische Plattform. Bundeskanzlerin Angela Merkel wird die Hannover Messe 2010 zusammen mit dem italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi eröffnen. Zudem wird es offizielle deutsch-italienische Regierungskonsultationen in Hannover geben. Außerdem haben sich zahlreiche ausländische Regierungsdelegationen zur Hannover Messe angekündigt. Wir sind da sehr zuversichtlich.

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From → Konjunktur

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